Die Maltechnik dieser Ornamente stammt aus der Malschule des Top Kapı Palastes in Istanbul.
Einige der Motive sind nach Vorlagen dieser Malschule entwickelt, einige nach historischen Vorlagen, einige sind in der traditionellen Art neu entworfen, einige enthalten auch Elemente, die es in den historischen Entwürfen nicht gab, die aber dennoch in traditioneller Weise eingefügt sind.
Der Entwurf nach einem Medaillon aus der Beylik Periode, 14. Jhd. ist ein Beispiel für eine historische Vorlage. Das Motiv taucht schon in der Literatur mehrfach in verschiedenen Ausführungen auf. Hier ist es mit den im 15. Jhd. bevorzugten Farben gestaltet. Die äußere Bordüre und die vier tiĝ (Antennen) sind ein neu hinzugefügter Abschluß des Ornamentes.
Der Entwurf nach einem Bucheinband für Sultan Mehmet, 15. Jhd. ist ebenfalls nach einer historischen Vorlage gearbeitet, die als Buchprägedruck nur in der Struktur des Ornamentes bestand. Auch hier entspricht die farbliche Ausführung den Vorlieben des 15. Jahrhunderts. Die Blütenformen im Bereich zwischen dem Oval und dem umschließenden Rechteck sind in der Halkar-Technik gearbeitet. Dafür wird das Gold in einer stärkeren Verdünnung auf die Flächen der Blütenblätter aufgetragen, zu den Blattspitzen hin ausgezogen und trocknet dort in größerer Konzntration auf.
Der eigene Entwurf in der Tradition des 15. Jhd. ist kreisförmig angelegt und wurde als Segment dieses Kreises konstruiert. Durch wiederholte Spiegelungen wird das Segment zum geschlossenen Kreis vervollständigt. Die Ecken, die den Kreis im Quadrat umschließen, entsprechen in der Anlage den Elementen aus der Mitte des Ornamentes.
Das kreisfömige Geçme ist ein eigener Entwurf mit der Struktur eines traditionellen Flechtbandes. Traditionelle islamische Ornamente enthalten Tierfiguren nur als stark stilisierte Rumiform. Hier ist aber eine Schlange eingefügt, die sich wie ein Teil des Flechtbandes in das Ornament einfügt. In der ursprünglich offenen Mitte des Flechbandes wiederholt sich die geflochtene Form.